ETF-Sparplan fürs Alter: Schritt für Schritt zum eigenen Vorsorgedepot
Die private Altersvorsorge über ein eigenes Depot ist einfacher, als der Finanzvertrieb dich glauben lassen will. Hier ist der komplette Fahrplan – so, wie ich ihn selbst gegangen bin und wie ich ihn im Coaching vermittle.
Schritt 1: Finanzielle Basis schaffen
Bevor du investierst: Teure Konsumschulden tilgen (Dispo, Ratenkredite) und einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeld aufbauen. Investiertes Geld sollte mindestens 10–15 Jahre nicht gebraucht werden.
Schritt 2: Sparrate festlegen
Erstelle eine ehrliche Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben. Eine bewährte Orientierung ist, 10–20 % des Nettoeinkommens langfristig zu investieren. Wichtiger als die Höhe ist die Regelmäßigkeit – erhöhen kannst du später jederzeit.
Schritt 3: Depot eröffnen
Achte bei der Wahl des Anbieters vor allem auf: Kostenlose Depotführung, kostenlose oder sehr günstige ETF-Sparpläne, eine verständliche App bzw. Website und eine deutsche Einlagensicherung/Regulierung. Die Eröffnung dauert heute meist nur wenige Minuten per Video-Ident.
Schritt 4: Den richtigen ETF auswählen
Für den langfristigen Vermögensaufbau hat sich ein breit gestreuter, weltweiter Aktien-ETF als Kern bewährt. Worauf du achten solltest:
- Breite Streuung: weltweite Indizes mit vielen hundert bis tausenden Unternehmen.
- Niedrige Kosten (TER): idealerweise unter 0,3 % pro Jahr.
- Fondsgröße und Alter: etablierte ETFs mit ausreichend Volumen.
- Thesaurierend oder ausschüttend: Für die Altersvorsorge ist thesaurierend (Erträge werden automatisch wieder angelegt) oft praktisch.
Schritt 5: Sparplan einrichten und automatisieren
Lege den Sparplan auf einen festen Termin kurz nach deinem Gehaltseingang. So sparst du zuerst und gibst danach aus – nicht umgekehrt. Ab jetzt gilt: Laufen lassen.
Schritt 6: Durchhalten und jährlich prüfen
Einmal im Jahr reicht ein Blick: Passt die Sparrate noch? Hat sich an deinen Zielen etwas geändert? Mehr Pflege braucht ein gut aufgesetztes Vorsorgedepot nicht.
Die drei häufigsten Anfängerfehler
- In Crashs verkaufen: Kursrückgänge gehören dazu. Wer in schwachen Phasen weiter bespart, kauft günstig ein.
- Zu viel Aktion: Ständiges Umschichten, Trend-ETFs und Einzelwetten kosten Rendite und Nerven.
- Auf den „perfekten Zeitpunkt“ warten: Zeit im Markt schlägt Market-Timing. Wie stark der frühe Start wirkt, zeigt dir mein Zinseszinsrechner und FIRE-Rechner.